Neue Beleuchtung im ICE 1

Nach dem erfolgreichen Umbau des ICE Triebkopfes soll nun die Modernisierung der Innenbeleuchtung in den Zwischenwagen das Zuges beschrieben werden.
Die originale Beleuchtung hat nämlich folgende Probleme: Den ersten Punkt kann man recht einfach beheben, in dem man in den Wagen aus diskreten Bauteilen einen "halben Brückengleichrichter" einbaut.
Je eine Diode 4148 gegen Schienenmasse (braun, über den Radschleifer) und eine gegen den Mittelleiter (rot, vom Schleifer des nicht-angetriebenen Kopfes) bilden zusammen Elektronikplus (bei M* üblicherweise das lila Kabel)
Allerdings führt das zu gleichmäßig heller (und heißer) Beleuchtung, daher habe ich die Alustreifen auf die Platine geklebt, um möglichst viel Licht nach unten zu reflektieren.

Auf die Dauer hat mich diese Lösung nicht zufrieden gestellt - im Herbst 2011 habe ich begonnen, LED Lichtleisten für den ICE zu entwickeln.
Sie sollten die gleiche Form haben wie die Originalplatinen und mit LEDs ausgestattet sein. Die bei der alten Beleuchtung hingebastelte Entflackerung sollte direkt vorgesehen sein - außerdem gleich ein Kondensator für die Abtastlücke von rückmeldefähigen Protokollen. Um eine gleichmäßige Ausleuchtung zu erreichen, wurden für jeden Wagentyp (4370 / 4371 / 4372 / 4373) eine Variante erstellt, um die LEDs möglichst mittig über den Abteilen zu haben. Der Kondensator fand seinen Platz über dem WC - beim Buckelspeisewagen im Buckel.

Elektrisch habe ich mich für 2 Ketten a 5 LEDs entschieden, je Kette werden 15 - 20mA Strom verbraucht - also 30 - 40 mA je Wagen (bzw 30 - 40% im Vergleich zu der alten Beleuchtung) Das stellt eine effiziente Nutzung des Digitalstromes dar - ist aber etwas spannungsempfindlich. Die Alternative wäre eine weitere Parallelisierung und Stabilisierung mittels Festspannungsregler gewesen. Das hätte die Beleuchtung unempfindlicher gegen Schwankungen gemacht, aber auch gleichzeitig die Verlustleistung (Wärme statt Licht) erhöht!
Optional habe ich im Abteilbereich Lötpads für weitere Widerstände vorgesehen - damit ließe sich der Stromfluss durch einzelne Dioden nochmals ändern, um unterschiedliche Ausleuchtungen zu erreichen (diese Option habe ich aber nicht probiert - weiß also nicht, wie es im Wagen letztlich "wirken" würde).
Außerdem habe ich Lötpads für Vorwiderstände für die Beleuchtung von Zugzielanzeigern vorgesehen - aber ebenfalls nicht bestückt, da ich nicht sicher sagen kann ob es diese beim ICE 1 zu Zeiten der Bundesbahn schon gab.




Der geöffnete Wagen im "getunten" Zustand - die Alustreifen und die Dioden zum Entflackern der alten Beleuchtung.




Hier ein Detailblick auf die Diodenentflackerung (Seite 1 - Großraum).




das andere Wagenende (Seite 2 - Abteil).




Der leergeräumte Wagen - mit der neuen Platine. Die Dioden sind SMD Varianten der 4148, der Elko hat 47F / 35V - die Widerstände 220 Ohm / 0.25W (Bauform 1206).






Hier ein Detailblick auf die Anschlüsse der neuen LED Beleuchtung.



Hier das Layout der Platine des Speisewagens. Diese Platine wurde im Bereich der Oberlichter schmaler designend, um freien Durchblick zu ermöglichen.