Baubericht eines MIST55 Moduls

Schon lange habe ich mit dem Gedanken gespielt, ein Modul zu bauen.
Wie viele andere träume ich natürlich von einer großen Anlage - aber die Rahmenbedingungen sind nicht geeignet für ein solches Projekt :-(
Also lieber ein kleines Projekt als kein Projekt!
Daher fiel die Entscheidung, mich im Modulbau zu versuchen - möglichst nach einer bestehenden Norm.
Falls sich die Gelegenheit eines Treffens ergibt, ist eine Verwendung in einer Gruppe möglich.


Der Entwurf





Die Modulköpfe entstanden nach der MIST55 Modulnorm.
Das Bohren der Löcher erfolgte schrittweise mit 3mm, dann 6mm dann 9mm (auf einer Ständerbohrmaschine).
Um eine präzise Bohrung zu erhalten, sollte man nach dem genauen Anzeichnen die Position des Lochs mit einer Reissnadel (oder einer Schraube, oder einem Nagel, oder... "ankörnen")





Die Seitenwangen wurden mittels Tischkreissäge rechteckig zurechtgeschnitten.
Dann wurden die Landschaftskontur freihand mit Bleistift aufgetragen, und mittels Stichsäge (ebenfalls freihand) ausgesägt.
Gerade Abschnitte wurden auch hier mit der Kreissäge geschnitten - Ansätze dieses Schnitts mit der Stichsäge und einem Schleifklotz mit Schmirgelpapier geglättet.





Stellprobe am Abend (28. Juni)
Nun kam der Zusammenbau des Rahmens.
Da die Platten eine gewisse Stärke haben (Wangen 14mm / Modulkopf 18mm), war das Verschrauben kein Hexenwerk.
Die Wangen wurden gemessen, vorgebohrt, gesenkt und Holzschrauben einschraubt - und zwar soweit, dass sie gerade aus den Seitenwangen herausschauen.
Mit ihren Spitzen kann man dann Bohrmarkierungen an den Kopfteilen anbringen, indem man die Wangen an die Kopfteilen ausrichtet und sie dann zusammendrückt.
Dann wurden die Kopfteile an diesen Stellen vorgebohrt - das vereinfachte das Verschrauben und es bestand nicht die Gefahr, die Platten "aufzusprengen".
Wieder erfolgte eine Stellprobe!
Dann wurden die Löcher zum Befestigen der Füße an den Seitenwange gebohrt; ihr Durchmesser beträgt 6 mm.
Ich habe mir hierzu eine Schablone erstellt, so dass die Position an allen vier Ecken in etwa gleich ist.
Jetzt wurde das erste Teil zusammengeleimt und verschraubt es, ich hatte dank Vorbohren und der guten Materialstärke kein Problem beim Einhalten der rechten Winkel.
Holzschrauben (4,0 * 45 mm) fixieren und ergänzen die Klebung.





Zum ersten Mal steht das Modul auf eigenen Füßen...
Die Beine bestehen aus 34 * 34mm Kanthölzern.
Sie sind mit Schlossschrauben (M6 * 60mm) an die Wangen geschraubt.
Auch zu erkennen ist eine weitere Querverstrebung mit Landschaftskontur und die Abstützung der noch fehlenden (Trassen) Platte, welche an Wangen und Köpfe geschraubt und geklebt wurde.
Diverse kurze Holzschrauben sind dabei hilfreich (???)



Hier nochmals ein Detailbild einer Fußbefestigung und der Füße.





Nachdem die Trassen und Landschaftsbasis auf die Abstützungen geschraubt wurde, konnte die Landschaftsgestaltung beginnen.
Korkplatten (einfachste Machart) bilden den Bahndamm. Sie worden nach dem Ablängen und dem Anschrägen mittels Bandschleifer mit Weißleim verklebt.
Damit die Gleishöhe an den Modulkanten passt, wurde die Basisplatte um die Dicke der Korkplatten "versenkt" eingebaut.
Gleichzeitig erfolgte eine Stellprobe mit dem Styrodurhügel (bei so kleinen Hügeln reicht eine Platte ewig). Verklebt wurden diese Hügel sowohl untereinander als auch mit der Platte mit Weißleim.



Wieder eine Stellprobe mit Gleisen, Oberleitung und dem ersten Lichtsignal. Die Hügel welche die Landschaft formen werden sind zumindest zu erahnen.



Hier ist nun der Hügel etwas herausgearbeitet - das Styrodur lässt sich am besten mit einem Cuttermesser bearbeiten - mit einer Säge gibt es viel Schmutz!
Außerdem sind die Signale gesetzt, die Löcher wurden mit 5 mm Durchmesser gebohrt und rechteckig aufgefeilt.
Dann passte der Stecker der Viessmann Multiplexsignale durch das Loch - und dank dieser Technik ist ein Austausch der Signale leicht möglich!








Die Hügel wurden mit Moltofill weiter geformt - leider habe ich das Material stellenweise etwas zu dick aufgetragen und zu früh gestrichen, es gab Risse, die ich aufkratzen und nachbessern musste.
(Naja, das Modul muss ja nicht frostsicher sein)
Erste Streichversuche erfolgten mit Abtönfabe (braun an Hügel und Bahndamm, anthrazit im Bereich des Schotterbetts).
Es hat sich herausgestellt, dass es zumindest teilweise sinnvoll ist, eher zu "tupfen" als zu streichen.
Die Farbstruktur wird damit besser - wobei das später unter Gras und Schotter vermutlich nicht mehr auffällt...



Hier kann man die beginnende Landschaft erahnen.
Ich habe versucht, gerade und parallele Linien zu vermeiden.
(wobei die Lage der Gleise natürlich fest liegt und auf diesem kurzem Stück auch keine großen Änderungen zulässt)
Aber ich habe z.B. den Übergang von Schotterbett und Bahndamm frei aufgemalt - bei der Bahn wird der Schotter auch nicht mit der Schieblehre verteilt.
Was aber auch schon sichtbar ist, ist die etwas schräge Lage der Hügelkette - immerhin hier entkam ich dem 90° Raster.
Ebenso habe ich begonnen, etwas mit der Farbe zu variieren - dort, wo der Boden normalerweise eher feucht ist, habe ich dunklerer Farbe verwendet
Die Büsche sind Islandmoos (Baumarkt) - und liegen da nur für Fotozwecke - sind also noch nicht verklebt :-P.





Hier hat sich jetzt richtig viel getan - auch wenn es erstmal gar nicht so aussieht :-).
Die Fahrleitung ist aufgestellt - anfangs hatte ich nur 5 Masten von meinem Händler bekommen und war damit nur bedingt handlungsfähig.
Eine weitere Packung hat das dann geändert. Nun habe ich die Abstände auf 30cm festgelegt (damit kommt man bei drei Feldern gut auf die Modullänge)
Die mittleren Mastfüße wurden verschraubt - sie bilden die Verbindung der Schienen zur Platte - also eigendlich umgekehrt, wie man das vielleicht denkt.
Die Schienen liegen "lose" in den Masthaltern.
Die Idee dahinter war, dass ein Mastfuß billiger ist als ein Gleis, und sich das Gleis auch später noch etwas verschieben lassen soll.
(gerade an den Modulköpfen)
Die äußeren Masten halten sich wieder nur am Gleis fest - das will ich in Zukunft noch ändern,
indem ich ein Langloch im den Mastfuß feile - dann ist die Strecke minimal verschiebbar und doch "fest".
Ich habe übrigens ganz normale Fahrdrähte einfach gekürzt und neue Ösen angebogen - mit einer Billig Bau Markt Zange.
Ob die teure so viel besser ist .... ?

Außerdem habe ich begonnen, die Schotterflächen zu gestalten.
Dazu wurden die entsprechenden Bereiche erst mit einem Wasser / Weißleim / Spüli Gemisch bestrichen und der Schotter von oben eingestreut.
Dann wurde der Schotter noch von oben mit dem Klebegemisch benetzt.
Was teilweise auch eine Möglichkeit ist, ist den Schotter erst zu verteilen und dann vorsichtig mit Gemisch zu tränken - damit ist das Modellieren einfacher.
Zum Schottern hatte ich die Gleise liegen - nachdem der Kleber leicht angezogen hatte, habe ich sie entfernt und gereinigt.
-> Das Schotterbett ist ein Kompromiss zwischen "Aussehen" und Tauschbarkeit".







Es wächst Gras über die Sache :-).
Mit der bewährten Hochspannungsmethode - allerdings mit einer eigenen Spannungsquelle (Sperrschwinger und Diodenkaskade).
(Ich war zu ungeduldig, auf die bestellten Fliegenklatschen zu warten - und der Baumarkt hatte keine :-( )
Die Fasern lassen sich sehr gut in Farbe, oder auch in Wasser - Weißleim - Spüli Gemisch einstreuen.
Ich habe mir ein gemischtes Set gekauft und dann immer wieder die Farben und Längen variiert.
Erst wurde flächig kurzes Gras gepflanzt - dann teilweise nochmal mit anderer Farbe und oder Länge nachgearbeitet.
Grasbüschel entstehen aus kleinen Leimtropfen, in die gezielt lange Fasern gestreut werden.
Tipp für Fotos - ein blauer Karton an der Modulkante schließt den Blick des Betrachters aus vom Chaos des Bastelzimmers :-P

Kleines Update - Begrasen Teil 2:


Meine HV Quelle ist ausgefallen - kein Wunder, wenn man etwas für längere Zeit im Grenzbereich betreibt....
Daher ist der Umstieg auf die Klatschentechnik erfolgt - und das hätte ich mal gleich machen sollen.
Nachdem das Küchensieb in den Griff der Klatsche geschraubt war und der Entladewiderstand entfernt worden war, sind der Ergebnisse deutlich besser als vorher - das Begrasen macht richtig richtig Laune.
Allerdings sollte man sich darüber im klaren sein, dass man hier auf eigene Gefahr außerhalb der Normen mit Hochspannungen arbeitet!

Das kann ungesund bis tödlich werden!

Aber die hohen, stehenden Faseren - schön :-)



Es ist normal beim begrasen, das nicht alle Fasern kleben bleiben - bei mir dürfte die Quote so ca. bei 50% liegen :-P
(Ähnliches gilt für den Schotter)
-> man muss die gestalteten Flächen absaugen.
Entweder man kalkuliert 50% Verlust mit ein, oder man spannt einen dünnen Strumpf über die Saugöffnung
(Damenstrümpfe sollen besonders geeignet sein, aber bei mir hat auch ein normaler, dünner (sauberer :-P ) Socken hervorragend gefiltert)...
Die so entstehende Grasmischung pflanzt man an der nächsten etwas wilderen Ecke wieder ein....





Hier beginnt nun der Bau der Faller Car System Strecke für den Traktor.
Zunächst wird der Draht (oder - wie bei mir - das Magnetband) auf der Platte ausgelegt und mit Klebeband fixiert (Das ist auf den vorherigen Bildern schon gut erkennen).
Damit kann man schon erste Testfahrten machen, auch wenn es nur vorläufige Ergebnisse gibt, denn Abzweigungen sind ja noch nicht möglich und das Fahrzeug holpert ggfs. über den Fahrdraht.
(Ich hatte noch Freude mit dem Klebeband, welches sich teilte und eine klebrige Oberfläche beim abziehen hinterließ - die dann den Schleifer des Traktors bremste *GRRR*)

Verlaufen die Testfahrten zur Zufriedenheit, überträgt man den Verlauf des Bandes mit Bleistift auf die Trasse.

Dann braucht man eine Rille - ca. ,5 - 1mm tief und 2,5 - 3,5 mm breit.
Hier kam mein Multitool (die Kopie der bekannten Maschine mit D...) zum Einsatz - in einer Packung Aufsätze, welche ich irgendwann irgendwo mal auf "Vorrat gekauft hatte" fand sich ein Fräser.
Mit diesem ließ sich die angezeichnete Linie Stück für Stück freihand abfahren und einfräsen. Das hat im Sperrholz gut funktioniert - Geduld und ruhige Hände sind zu empfehlen.
Außerdem gibt es "Sauerei" :-)

Die Position der Abzweigungen liegt damit auch fest - der Plan war von Anfang an, Servos zu verwenden.
Aus Gründen der Kosten - ein Faller Abzwig kostet min 16€ - ein Servo weniger als die Hälfte - und eine Ansteuerung brauchen beide Lösungen sowieso - warum also nicht gleich ein Servodekoder.
Der hat noch dazu den Vorteil, dass man die (End) Lagen und die Schaltgeschwindigkeit anpassen kann...
Auf jeden Fall wurden die Löcher für die Ruderhörnder an den Abzweigen gleich mit gefräst.
D.h. es wurde an der Stelle, an welcher sich die Rillen des Drahtes trafen, ein Loch gebohrt, dann zwei weitere in ca. 2cm Abstand in Richtung der teilenden Strecke.
Weitere Löcher auf den Geraden dazwischen, um dann die Stege mit dem Fräser zu Staub zu verarbeiten :-) .
Auf das Ruderhorn des Servos wurde mit Heisskleber ein Stück Magnetband aufgebracht,
und dann der Servo von unten gegen die Platte geschraubt (Sperrholzklötzchen wurden als "Abstandshalter" eingesetzt),
so dass der Magnetstreifen auf dem Ruderhorn fast bündig mit der Plattenoberseite ist.
Ein etwas stärkeres Stück Papier wurde über das Loch geklebt und gestrichen - die Endlagen des Servos mittels ESU Switch Pilot konfiguriert.
Anfangs war es nicht ganz leicht, die richtige Lage für die Servos zu finden (auch das Papier sollte noch Papier sein, Pappe ist schon fast zu dick und das FZG folgt einer Weiche dann ggfs. nicht).
Nach einigen einstellen läuft das System jetzt aber gut.






Mit der Stoppstelle war es ähnlich - hier hatte ich teilwiese noch mehr Probleme!

Da die Stoppstelle von Faller bei Betrieb ständig Strom braucht, und ohne Strom in einen "unsicheren" Zustand übergeht (Fahrzeuge fahren los) wollte ich auch hier einen Permanentmagneten einsetzen.
Dieser sollte von der Seite "verschwenkt werden" - um unter den Reedkontakt des FZGs zu kommen.
Aber das geht nicht!
Entweder ist der Magnet zu schwach, um das FZG anzuhalten (ein laufendes FZG bremst kurz - und rutscht dann durch) oder zu schwach (ein stehendes FZG fährt nicht zuverlässig ab)
Der Magnet muss um 90° gedreht werden - und relativ kräftig sein!
Nur so konnte ich ein problemloses Starten und Stoppen des FZGs sicherstellen.
Da der Magnet dann natürlich auch schwerer ist, und nicht mehr auf dem Ruderhorn liegt, sondern seitlich angebracht ist,
habe ich ihn mit Draht gesichert (0,6mm Cu Draht) und dann erst mit Heisskleber verklebt.
(Er soll sich auch beim Transport des Moduls nicht lösen können!)





Jetzt folgen die nächsten Testfahrten - die sollten schon ruhiger verlaufen.
Dann kann das Band eingespachtelt werden.
Da die Rille freihand entstand, passten Breite und Tiefe natürlich nicht überall.
Hier habe ich den Fehler gemacht, die Schicht teilweise zu dick zu machen. Dadurch ist mir später in Kurven das Fahrzeug ausgebrochen!

Aber das ist kein Problem - da sowieso gespachtelt wird, wird etwas Spachtelmasse in die Rille gefüllt und das Band dann bündig mit der Oberfläche eingedrückt
Überflüssige Masse wird mit dem Spachtel abgezogen - fertig.
Damit liegt das Band wirklich knapp unter der Oberfläche (es sind nur Farbschichten darüber)







Modifikation am Fahrzeug:
Empfohlen sind Radien von 20cm - daraus folgt ein Durchmesser von 40 cm + ca. 2,5cm Fahrzeugbreite == 45 cm ...
Das ist die komplette Breite des Moduls :-( - da ist dann kein Platz mehr für Bahnstrecke o.ä....
-> Ergo wollte ich herausfinden, wie eng die Radien "wirklich" sein dürfen.
Daher wurde bei den ersten Testfahrten schon geschaut, wo es Probleme geben könnte - und natürlich gab es viele Probleme:
Nachdem Band fixiert war holperte der Traktor über die Strecke - und die Linkskurve schaffte er tatsächlich problemlos *freu*
- umd dann bei der Rechtskurve mit gleichem Radius immer wieder auszubrechen...
Die Ursache war die Kollision des rechten Schutzbleches des Vorderrades mit der Nachbildung des Tanks...
Also wurde die Kapazität des Tanks mittels einer Schlüsselfeile so lange reduziert, bis der mögliche Lenkeinschlag in beide Richtungen gleich (maximal) war.
Die Nachbildung der Ackerschine und die Nachbildung zum Anbringen der Gewichte sind bei dieser Maßnahme auch gleich mit entfernt worden
- auch sie können ggfs Probleme machen (z.B. den Lenkmagnet in der Bewegung behindern)!
Jetzt schien erstmal aller zu funktionieren - ein leichtes Hackeln in einer Kurve hatte ich dem noch nicht eingefrästen Lenkband zugeschrieben.
Aber falsch gedacht, nachdem das Band versenkt und verspachtelt war, zickte der Traktor immer noch an einigen Stellen - irgend ewas schien ihn da zu bremsen!
Und da das immer in der Kurve war - ist er dann auch immer ausgebrochen ... :-(
Genaue Untersuchungen ergaben, dass sich die Räder der Lenkachse des Anhängers beim Ausschwenken mit der Nachbildung des Längsträgers verklemmten
- damit blockierten Rad und Achse und das Gespann brach aus.
Auch hier brachte die Schlüsselfeile die Lösung - sehen tut man diese Änderung gar nicht - aber die Lenkachse schwenkt nun 90° aus - und der Traktor folgt dem Magnetband anstandslos....












































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