Verwendung von Stützkondensatoren am ESU LoPi3M4

Der Lopi3 kann zur Überbrückung von Kontaktschwierigkeiten mit Kondensatoren gepuffert werden. Diese Pufferung ist in der Anleitung von ESU beschrieben, es muss sowohl der 5V Elektronikteil als auch das gesamte System gepuffert werden.
Das Laden soll über 100 Ohm Widerstände erfolgen, das Entladen / Stützen über eine parallel geschaltete Diode.
Laut der Anleitung von ESU ist der Dekoder bei eingebauter Pufferung nicht mehr in der Lok programmierbar.
Ein Grund dafür ist nicht angegeben - die Vermutung ist aber, dass der Ladevorgang der Kondensatoren die Datenübertragen zwischen Dekoder und Programmer "verschleift" und damit stört.
Demnach war meine Überlegung, dass eventuell ein grösserer Ladewiderstand diesen Effekt verringern könnte - und man damit die Option zu Puffern nutzen kann, ohne die Programmierbarkeit zu verlieren.

Im ersten Anlauf habe ich aber vorläufig mit kleinen Kapazitäten angefangen, also 100 Ohm Widerstand und 220uF Kondensatoren.
Ein Stützeffekt war praktisch nicht feststellbar - dafür wurde der Dekoder am Lokprogrammer noch erkannt!
also habe ich die Kondensatoren deutlich erhöht - 1000uF / 35V (C1) und 2200uF / 6,3 V (C2). Hier gibt es einen wahrnehmbaren Stützeffekt, ca. 0,2s, 0,3s läuft die Maschine weiter - wird natürlich langsamer dabei und das Licht zuckt - aber sie stopt nicht mehr, als wÄre sie gegen eine Wand gefahren.

Jetzt stellte sich noch die Frage - ist eine Programmierung weiterhin möglich - und die Anwort war NEIN :-(

Nach meinen Überlegungen habe ich nun den Ladewiderstand erhöht - von 100 Ohm auf 1k Ohm.

Zunächst nur für den 6,3V Kondensator (R2) - und das scheint ein Volltreffer gewesen zu sein.
Es ist die Stützfunktion vorhanden - und die Programmierbarkeit ist auch noch gegeben! R1 wurde bei 100 Ohm belassen - eine Anpassung war nicht notwendig:

Nachtrag: Mit Win8 und USB - seriell konverter sind pötzlich Probleme aufgetreten, die eine weitere Erhöhung der Widerstände nötig gemacht haben - 3k3 und 150 Ohm!

Noch ein paar Überlegungen zur Ladezeit der Stützelkos:

Es gilt nach 5 Tau ist ein Kondensator geladen, und Tau ist R * C.

Also gilt:
5 * 2200uF * 1000 Ohm = 11 Sekunden Ladezeit.
Im Praxistest habe ich zuerst meinen ICE mit den Elkos ausgestattet, weil dieser schon vorbereitet war. Ausserdem habe ich eine 140 ausgerüstet:



Man erkennt die beden eingeschrumpften Elkos (unten) - die Dioden und Ladewiderstände sind ebenfalls eingeschrupft, oben dient ein Stück Streifenrasterplatine als Verteiler für U+ (Orange) und U- (Lila).

Lötauge MTC Pin Bezeichnung Farbe (M*)
11 12 +5V Dekoderspannung N/A
15 16 U+ Orange
19 20 U- Lila


Tatsächlich lassen sich damit nun Weichenstrassen (Metall 3WW) mit deutlich reduziertem Tempo befahren - langsames Rangieren macht nun richtig Spass :-)
Weitere Umbauten werden daher folgen...